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Passivsätze vermeiden

 

Wie geht es Ihren Vorsätzen für 2013? Zum Beispiel „Jetzt starte ich meinen eigenen Newsletter“? Dann Vorsicht! Unterschätzen Sie die Mühen der Ebene nicht. Dieser cleartext-Newsletter gibt Ihnen Überlebenstipps.


Augenwischer des Monats

Ich habe auf meiner Homepage einen Newsletter (eigentlich total für den A…., aber soll halt wichtig aussehen).

Ein Satz von schlichter Schönheit. Offen und ehrlich. Er stammt aus einem Internetforum. Verfasser ist ein gewisser Herr M. Es soll halt wichtig aussehen. Ich bin dabei, ich kenne das Spiel.

Ein Denkfehler. Denn so funktioniert das Spiel eben nicht. Wir alle kennen Newsletter, die nur heiße Luft enthalten. Irgendwann löschen wir sie unbesehen. Und unser Unterbewusstsein notiert: Dieser Anbieter liefert nur Schrott. Aus PR-Sicht ist das ein Desaster.

Newsletter mit Nutzwert: So kann es gehen

Beginnen Sie mit einer ehrlichen Bilanz, ehe Sie Ihren eigenen Newsletter starten: Was habe ich meinen Lesern zu bieten? News, Praxisberichte, Links, Buchtipps? Das Zauberwort heißt „Nutzwert“. Nicht nur in der Startnummer, sondern jedes Mal.

Testen Sie sich vor dem Start. Falls Sie eine Ausgabe pro Monat planen: Sammeln Sie einen Monat Themen. Würde das reichen für einen Letter mit Substanz? Sammeln Sie auch im nächsten Monat. Und im dritten. Reicht Ihre Puste noch? Prima. Jetzt starten Sie.

Scheuen Sie sich nicht, Ihren Newsletter später einzustellen, wenn Sie merken: Mir gehen die Themen aus, es ist alles gesagt, es kommt nicht genügend Neues nach. Besser ein klarer Schnitt als dass sich die Empfänger sagen: Dieser Newsletter war auch schon mal besser.

Ein mögliches Abschiedsgeschenk: Packen Sie alle Newsletter auf Ihre Website, und erschließen Sie sie mit einem Stichwortverzeichnis. Das erhöht die Klickraten – und bringt Ihnen Pluspunkte bei Google & Co.

 


Die Gewinner beim Schachtelkönig des Jahres 2012

Im Dezember hatte ich Ihnen den Schachtelkönig des Jahres 2012 vorgestellt: den früheren VfL-Wolfsburg-Trainer Köstner. Und hatte Sie eingeladen, die Schachtel aufzuschnüren. Hier nochmals der Originalsatz:

In der Defensive, bis auf die entscheidende Aktion, als man erst den Zweikampf über die linke Seite verliert und dann den Zweikampf über die rechte Seite, weil man einfach nicht durchläuft, das Spiel ist durch diese Aktion entschieden worden, unabhängig davon, dass wir heute nicht gut gespielt haben, aber wenn man eben die Reihenfolge nicht einhält, auch nach zwei gewonnenen Spielen im Abschiedskampf, und da sind wir, da befinden wir uns noch, auch wenn es die Leute nicht gerne hören wollen, aber ich muss die Finger in die Wunde reinlegen, jetzt fällt es mir wieder etwas leichter, ist das Spiel entschieden worden.

Das Ergebnis nach Einsendeschluss: Es gibt keinen Sieger, es gibt zwei Sieger. Beide haben den Satz sauber aufgedröselt. Und beide bieten auch eine Kurzversion an. Die erste unter dem Stichwort „Oder ganz einfach:“, die zweite als „aphoristische Kurzfassung“:

Wir haben heute schlecht gespielt, wenn das so weiter geht,
steigen wir ab!       
(Andreas Hermens, Bad Neuenahr-Ahrweiler)

Abschied ist eine Leere links und rechts.   (Christa Witzleb, Mainz)

Beiden Gewinnern herzlichen Glückwunsch! Die beiden Exemplare
von Shaun Tan „Tales from Outer Suburbia“ sind bereits unterwegs.


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